Brauchen wir jetzt alle eine Therapie?

Shownotes

In dieser Folge sprechen Julia und Johanna über:

  • Was bedeutet psychisch krank zu sein?
  • Wer entscheidet, was „normal“ ist?
  • Wann wird Anderssein zur psychischen Erkrankung?
  • Welche Rolle spielen gesellschaftliche und kulturelle Normen?
  • Warum Diagnosen nicht für immer festgeschrieben sind
  • Neurodivergenz, ADHS und die Frage: krank oder einfach anders?
  • Und: Was können wir selbst für unsere psychische Gesundheit tun?

Eine Folge über Normalität, Diagnosen und die ziemlich große Grauzone dazwischen.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:01: Herzlich willkommen zu Gefühlt Gedacht, deinem Podcast rund um Menschliches Erleben.

00:00:08: Wir sind Julia

00:00:09: und Johanna und sprechen mit viel Herz- und Offenheit über das was sonst nur in unseren Gedanken bleibt!

00:00:16: Und damit herzlich Willkommen zur einer neuen Folge... Hallo!

00:00:23: Ich hatte demnächst ha-, genau, ich muss sagen, hallo Johanna!

00:00:26: Bevor ich mein Starte...

00:00:28: Hi Jai!

00:00:30: Ich war schon voll auf Laufen.

00:00:32: Mega!

00:00:32: Ja, schön dass du da bist.

00:00:35: Schön das wir hier sind.

00:00:36: ich freue mich total.

00:00:37: Ich hatte das Gefühl wir haben jetzt echt lange Pause gehabt dadurch dass wir so vielleicht sich vor produziert haben und freue mich jetzt echt hier wieder vor dem Mikrofon zu sitzen.

00:00:45: und ich erinnere mich an die erste Session und dabei also an unseren ersten Podcast Aufnahmentag.

00:00:51: und da war ich super aufgeregt.

00:00:52: und heute merke ich einfach wirklich eine Vorfreude.

00:00:55: Die Aufregung ist... ganz latent vielleicht im Hintergrund.

00:00:59: Aber es ist echt einfach vor Freude, ich freue mich.

00:01:02: Cool!

00:01:03: Ja, sehr

00:01:03: schön.

00:01:05: Ich war auch voll... Also bevor ich auf Aufnahme gedrückt habe, hab' ich gemerkt dass so ein kurzes Flattern da war und dann war aber Aufnahme.

00:01:15: und wie du gemerkt hast, ich bin voll reingestartet.

00:01:17: Voll Du warst gleich da Let's go

00:01:21: Aber halt auch ein bisschen brainless, ne?

00:01:23: Also ein bisschen ... Ja genau.

00:01:25: Jochen ist ja noch da momentan.

00:01:26: Ich war voll fokussiert eigentlich und hab den Rest ausgeblendet.

00:01:31: Da habe ich dich jetzt einfach mal gleich rausgerissen.

00:01:33: So!

00:01:36: Sehr gut.

00:01:36: Deswegen machen wir das ja zu zweit.

00:01:39: Und dich

00:01:39: nicht alleine...

00:01:41: Wobei das auch interessant wäre, die alleine zuzunahen.

00:01:43: Ich finde da ganz spannend deine Gedankengänge und manchmal hab ich den Eindruck, wenn ich dich dabei unterbreche, dann schweifen wir plötzlich durch meinen Gedankengang in andere Richtungen, die vielleicht behalten worden wären, wenn du deinen Gedankengang hättest weiterführen können?

00:01:58: Aber das ist ja auch Interaktion!

00:02:01: Ja... Und das war jetzt so ein Schachtel-Ding und ich dachte, ich konnte irgendwann nicht mehr folgen, habe gemerkt wie mein Gehirn eine Pause gedrückt

00:02:06: hat.

00:02:07: Okay,

00:02:08: ab gut!

00:02:10: Du meinst, du längst mich ab von meinem eigentlichen Gedanken und dann springe ich auf deinen Gedankenzug mit auf.

00:02:15: Danke für die kurze Zusammenfassung!

00:02:17: Das war genau das was ich meinte.

00:02:19: Okay.

00:02:20: Sehr gut.

00:02:22: Schön.

00:02:23: Jule,

00:02:23: du hast ein Thema quasi mitgebracht ne?

00:02:26: Genau, ich hab gestern durch ... doppelklicken auf meinen Kopfhörer.

00:02:30: ehrlicherweise als ich meine Kette mitgebracht habe bin nicht bei unserem Podcast rausgekommen.

00:02:34: Guck mal... Und ich weiß gar nicht bei welcher Folge bei irgendeiner.

00:02:39: Und die, da gingen wir dann... Also diese Folge hat mich dazu veranlasst nochmal mir auch Gedanken darüber zu machen.

00:02:50: was ist eigentlich konkret?

00:02:51: noch mal?

00:02:52: Die Trennung zwischen Therapie und Coaching.

00:02:54: Mir ist gestern weil du hast es in dem Moment so schön gesagt gehabt im Podcast dieses Jahr dass wenn jemand eine psychische Störung hat dann sitzt er in Therapie.

00:03:09: Die Menschen mit psychischer Störung sitzen in Therapie und die Menschen, die einfach nur was in ihrem Leben verbessern wollen und verändern wollen wo keine psychische Störungen zugrunde liegt, sie sitzen in einem Coaching.

00:03:22: Das war für mich zum ersten Mal tatsächlich so ein Oh ja genau.

00:03:26: also irgendwie wusste ich das aber irgendwie war es mir nicht mehr ganz so präsent weil und da kam nämlich dann die nächste Frage rein Haben wir nicht alle irgendwo irgendwie eine psychische Störung?

00:03:38: Wenn ich eine... Also wenn ich eine Diagnose haben möchte, glaube ich, könnte ich potenziell bei jedem eine Diagnose machen.

00:03:47: Das war so meins.

00:03:48: Hat eigentlich jeder eine psychischen Störung.

00:03:52: Spannende Frage ja!

00:03:53: Und sehe ich das nur?

00:03:54: Ja genau also das war tatsächlich so.

00:03:56: dieser Gedanke der bei mir reinkam ist wirklich so dieses Okay, haben wir nicht eigentlich irgendwo alle einen Knacks?

00:04:03: So Das ist

00:04:06: eine gute Frage.

00:04:07: Ich würde sagen, nein!

00:04:09: Wir haben alle unsere Themen und alle unsere Baustellen aber ich sage mal in dem Moment wo jetzt jemanden sehe erfüllt nicht jeder der bei mir sitzt zum Beispiel die Kriterien für eine psychische Erkrankung.

00:04:20: das kann ich schon mal recht klar sagen aber es ist nicht so ganz eindeutig an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch abzugrenzen.

00:04:26: sozusagen wie braucht es jetzt eher einen Coaching, weil zum Beispiel bei einer leichten Depression – das ist auch ganz interessant wo wir ja von der psychischen Erkrankung also sprechen.

00:04:37: Es ist eine psychische Erkrankung, eine leichte depressive Episode die gerade erlebt wird heißt dass etwas festgeschriebenes was in dem Diagnosisystem und Klassifikationssystem für Krankheiten den sogenannten ICD-X aufgeführt gibt als psychische erkrankungen ist aber nicht unbedingt mit Psychotherapie behandlungsbedürftig Sondern das könnten wir auch über einen Coaching machen.

00:05:00: Also,

00:05:00: d.h.,

00:05:00: vielleicht ist es das Interessante jetzt auch, weil du dieses Thema nochmal aufgemacht hast.

00:05:04: Wer sitzt eigentlich im Coaching?

00:05:05: Wer sitzt potenziell in Psychotherapie?

00:05:08: Ja für Psychotherapien braucht es unbedingt eine psychische Erkrankung aber nicht jede psychische erkrankungen muss auch innerhalb der Psychotherapies behandelt werden.

00:05:16: Ist ja auch super spannend!

00:05:19: Gibt's noch weitere?

00:05:21: Jetzt hast du die leichte Depression angesprochen.

00:05:25: Gibt es noch weitere wo du sagst, Die stehen zwar in unserer ICD-Zähn.

00:05:30: In der Richtlinie, wenn ich das richtig verstanden hab ... Der Diagnostik.

00:05:35: Gibt's nicht mittlerweile eigentlich die ICD Elf?

00:05:38: Genau!

00:05:38: Es gibt das Klassifikationssystem für Krankheiten.

00:05:41: Da sind somatische körperliche und psychische Erkrankungen aufgeführt.

00:05:44: Das gilt weltweit.

00:05:46: Und da gibts unterschiedliche Versionen von der ICD.

00:05:50: zehn ist so was wir immer noch verwenden.

00:05:52: es gibt mittlerweile aber den ICD elf.

00:05:54: hat lange gedauert bis er überhaupt erst mal rausgekommen wurde dieses Veröffentlichungsdatum immer wieder weiter nach hinten geschoben und weiter nach Hinten geschoben.

00:06:01: Und irgendwann kam der dann jetzt, ich glaube vor zwei Jahren wenn ich es richtig im Kopf habe, kam der raus und wurde dann auch endlich mal ins Deutsche übersetzt findet aber tatsächlich nur in wenigen Bereichen bisher Anwendungen.

00:06:12: also Es gibt manche Dinge die sich tatsächlich auch verändert haben in der Vorstellung von Erkrankungen Von der Benennung auch von Erkrankungen.

00:06:20: zum Beispiel kam da jetzt eine Erkrankung dazu Computer- und Videospielsucht zum Beispiel ICD-Cin so noch nicht.

00:06:28: ICD CIN ist aber auch schon seit nineteenhundert, ich glaub, fünfundneunzig gültig oder sowas?

00:06:32: Oder sogar neunzig glaube ich sogar Gültig gewesen.

00:06:34: Das heißt da ist natürlich eine ganz andere Error gewesen von der wir da irgendwie gesprochen haben.

00:06:41: Zurück zu deiner Frage.

00:06:42: ja also ICD Elf gibt es und gibt es andere psychische Erkrankungen die nicht innerhalb der Psychotherapie behandelt werden müssen.

00:06:51: Jein, sag ich jetzt mal.

00:06:53: Es gibt gewisse Erkrankungsbereiche wo man früher zumindest davon ausgegangen ist oder auch sie tatsächlich nicht bewilligt bekommen hat wenn man nur das als psychische Erkrankung angegeben hat.

00:07:01: zum Beispiel war da früher so was wie ADHS oder Autismus Wenn man nur alleine diese Diagnose vergeben hat.

00:07:08: also kommt jemand und ich vergebe die Diagnosautismus zum Beispiel Hat man früher keine Therapiestunden gewilligt bekommt.

00:07:16: Oder auch, dass es bis heute übrigens noch so von der Krankenkasse.

00:07:20: Genau!

00:07:21: Richtig.

00:07:22: Was heute noch so ist zum Beispiel bei Intelligenzminderung wenn wir ausschließlich Intelligenzenminderungen als psychische Erkrankung vergeben dann bekommen die Stunden die wir beantragen bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt also nicht gewilligt weil die Diagnose quasi keine hinreichende Prognose für einen therapeutischen Erfolg bedeutet.

00:07:45: Die Idee ist quasi immer, wir können mit Psychotherapie eine Verbesserung, eine Linderung im besten Fall sogar Heilungen erbringen.

00:07:52: Und wenn die Prognose nicht hinreichend ist dann sagt die Krankenkasse zahlen wir eben auch nicht.

00:07:57: und früher war die Annahme bei Autismus und ADHS können keine hinreichende Prognese machen.

00:08:03: Also die Fortschritte werden nicht so groß sein, dass es irgendwie wirklich einen Fortsschritt gibt und dadurch wurde das früher nicht bezahlt hat sich heute verändert.

00:08:11: da reicht diese eine Diagnose aus wobei man ehrlicherweise sagen muss ganz häufig bei diesen Erkrankungen kommt's auch noch also gibt's noch häufig man nennt das Komorbiditäten also zusätzliche weitere Erkankungen die vorliegen von daher dann ist es sowieso auch früher bezahlt worden.

00:08:27: aber wie gesagt heute würde theoretisch auch ADHS oder auch Autismus als Diagnose alleine ausreichend.

00:08:32: Bei Intelligenzminderung ist es immer noch so, dass das nicht ausreicht.

00:08:36: Weil man eben sagt ... Wenn's nur das ist in Anführungsstrichen, daran können wir nichts mit Psychotherapie verändern.

00:08:42: Wir werden nicht aus jemandem der weniger ausgestattet ist an kognitiven Fähigkeiten jemanden machen, der einen höheren IQ bekommt.

00:08:50: Heißt die Symptomatik wird bleiben?

00:08:52: Heißt sie is nicht durch Psychotherapies zu modulieren.

00:08:56: auf irgendeiner Art Stimmt so jetzt ehrlicherweise auch nicht ganz, weil wir können den Umgang damit verändern.

00:09:01: Aber das war irgendwann mal halt die Vorstellung.

00:09:05: und

00:09:05: genau ich finde es interessant dass quasi Ich find's interessant dass bei einer kognitiven Minderleistung Das so gesehen wird wohin gegen ja adhs und Autismus auch nichts anderes sind wie das Gehirn arbeitet anders.

00:09:24: Da wiederum ist es okay Alleine, dass du das als krank bezeichnet hast.

00:09:30: Ich weiß es wird so eingeklustert und alles.

00:09:32: Aber für mich ist ... Da sträubt sich mir ja alles, wenn ich höre, dass Autismus und ADHS als

00:09:38: Krank

00:09:39: eingestuft wird.

00:09:40: Aber gut, das ist wieder meine Perspektive auf auch diese vor allen Dingen die Andersartigkeit dieses Gehirns einfach.

00:09:55: Für mich ist das nicht ein ... Das ist kein Defizit, das ist keine Krankheit.

00:10:03: Sondern es sind einfach Menschen deren Gehirn ganz anders funktioniert.

00:10:06: was halt jetzt neu ist und ich sag mal Jetzt war ein ganz krass gesagt wenn du zurückgehst zu der Affenerer wir kommen ja alle Mal vom Affen Wenn wir evolutionsbiologisch drauf gucken dann kommen wir von den Affen Und irgendwann hat sich er aus dem Affen auch mal die erste Mensch entwickelt Der Potenzial intelligenter war als dieaffen oder sich anders verhalten hat als die affen.

00:10:28: War der dann auch gleich krank?

00:10:31: Genau, das wollte ich nämlich gerade sagen.

00:10:32: Und ich glaube die Arfen haben sich bestimmt auch gedacht...

00:10:35: Guck mal da!

00:10:36: Neurodivergenter!

00:10:37: Der ist ja komisch!

00:10:38: Ein Sonderlisch!

00:10:40: Ja genau!

00:10:47: Das ist halt mehr so meine Vollstellung der ganzen Geschichte.

00:10:49: Es ist eine Evolution unseres Gehirns oder vielleicht...?

00:10:53: Evolution stellt sich vielleicht auch erst noch raus.

00:10:56: Aber ja, es ist eine Weiterentwicklung!

00:10:58: Ob das jetzt eine ist die langfristig hält oder nicht?

00:11:01: Ist ne ganz andere Geschichte.

00:11:02: Das dafür sorgt die Natur von selbst übrigens interessanterweise.

00:11:05: Dafür müssen wir gar nichts tun.

00:11:08: Sondern ich glaube, dass der Versuch der Natur mit den Umgebungsbedingungen, die halt nun mal existent sind für uns Menschen aktuell irgendwie umzugehen Und es wird sich herausstellen, ob das erfolgreich ist und sich durchsetzt.

00:11:24: Dann werden übrigens die heute normallos wegsterben... ...und Neurodivergenz wird zum neuen Normal werden.

00:11:31: Siehe Affen und Neandertaler?

00:11:33: Ich weiß gar nicht, ob nach dem Affen direkt die Neanderteiler kam oder ob da irgendwas dazwischen war.

00:11:40: Wenn sich das durchsätzt, dann wird das andere automatisch wegfallen!

00:11:45: Deswegen finde ich's so interessant, dass als Krank Irgendwie zu klassifizieren, weil es aus der Norm oder was eine Veränderung eigentlich darstellt in auf physiologischer Ebene.

00:12:00: Ja, ich weiß was du meinst.

00:12:01: Also wir sehen ja schon dass die Zahlen zum Beispiel gerade im ADHS-Bereich aber auch im Autismus-Spektrumsbereich zum Beispiel steigend sind.

00:12:08: Gleichzeitig möchte ich natürlich schon auch erwähnen das zum Beispiel die Prävalenz also die Fallzahlen für Autismus-Spectrum Störungen immer noch so um die ein Prozent liegen.

00:12:16: Das heißt es macht halt irgendwie aktuell noch einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung aus zumindest die die diagnostiziert mit ASS und Diagnosen werden mittlerweile schon deutlich häufiger vergeben.

00:12:27: wie gesagt eine Sensibilisierung dafür hat schon stattgefunden.

00:12:30: Früher hat man ja Autismus sehr in solchen Kategorien gedacht, das ist der frühkindliche Autismus, dass es das Asperger-Syndrom, das Rettsyndrom und so ... Das ist der atypische Autismus.

00:12:41: also man hatte diese verschiedenen Klassen sag ich jetzt mal und irgendwann ist man auch von dieser Vorstellung weggekommen und hat gesagt gut wir befinden uns auf dem autistischen Spektrum.

00:12:50: Wichtig ist mir aber zu sagen je nachdem wo wir eben auf diesem Spektraum stehen wäre es für mich fatal nicht mehr von Krankheit zu sprechen denn es gibt manche Menschen die nicht mal eine verbalsprachliche Entwicklung aufgrund ihres Autismus zum Beispiel haben.

00:13:02: Also, sie können sich tatsächlich sprachlich nicht mitteilen – das ist mit verbalssprachlicher Entwicklung gemeint und das ist schon etwas wo ich sage naja wenn das die Zukunft wäre weiß ich jetzt nicht.

00:13:15: wow dann ich glaube fällt ein ganz großer wertvoller und wichtiger Kommunikationsteil unserer Gesellschaft nämlich Sprache komplett weg und müsste dann über Piktogramme, Symbole und Körpergästigen ersetzt werden.

00:13:31: Oder würde ersetzt sein durch ... Und jetzt mal ne?

00:13:36: Jetzt gehen wir tatsächlich in so einen Bereich rein

00:13:41: wo

00:13:42: vielleicht auch viel Vorstellungskraft und Interpretationskraft irgendwo gefragt ist und auch viel zulassen notwendig ist um das überhaupt vorzustellen.

00:13:54: Aber Sprache ist ja ein Vehikel eigentlich, um etwas was wir... Also Sprache is' ja auch nichts anderes wie ein Kommunikationsmittel.

00:14:02: Und wir haben aber auch noch andere Kommunikationmöglichkeiten.

00:14:05: Das sieht man... Also vielleicht ist Sprache einfach, ich glaub darauf will ich hinaus.

00:14:11: Wir haben... Warte kurz!

00:14:12: Ich sortier meine Gedanken und dann kann ich sie... Genau also zum einen kann Sprache ersetzt werden.

00:14:20: Absolut?

00:14:21: Früher, ich sag mal, Tiere sprechen auch nicht miteinander.

00:14:24: Sondern Tiere haben andere Kommunikationsmöglichkeiten.

00:14:27: Ob die besser oder schlechter sind, das mag jetzt mal dahingestellt sein.

00:14:31: Wir können Energie fühlen und lesen.

00:14:34: Einige von uns können, andere nicht.

00:14:36: Auch da ist immer eine Frage von wie sehr kann ich es auch zulassen?

00:14:41: Und auch das is ja ne Kommunikationsmöglichkeit!

00:14:44: Auch, ich sage mal Facial Expressions also Gesichtsausdrücke und ähnliches... Art der Kommunikation.

00:14:50: Das ist eine nonverbale Kommunikion, aber es ist eine Kommunikacion und Sprache ist... Ich glaube wir haben in irgendeinem unserer Podcasts auch schon darüber gesprochen dass ich glaube sogar in unserer ersten Folge wenn ich mich richtig erinnere das halt einfach Sprache auch sehr fehlerbehaftet ist weil genau weil du Funktionsmodus sagst und nicht Funktional Modus sagt heißt es nicht dass wir von dem gleichen sprechen.

00:15:17: Aber wir gehen immer davon aus, dass der andere uns versteht.

00:15:20: Und ich sehe das extrem häufig mit meinen Kindern, dass gerade Kinder natürlich Sprache einfach noch erlernen müssen und auch vielleicht die Differenzierungsfähigkeit, die es manchmal braucht bei Sprache, noch gar nicht beherrschen – und Erwachsene, die aber beherrschen und dann halt ein Missverständnis entsteht, woraufhin reagiert wird… was eventuell, wenn Sprache wegfällt oder sich verändert.

00:15:47: Oder... ...sich einfach verändern würde?

00:15:51: Wahrscheinlich werden wir kein fehlerfreies System irgendwie generieren.

00:15:55: aber ich will sagen auch Sprache kann ersetzt werden.

00:15:59: Absolut!

00:15:59: Ob das gut ist, ob es schlecht ist keine Ahnung.

00:16:01: Ich will nur sagen die Sprache ist nicht Ist ja auch nur ein Kommunikationsmittel.

00:16:05: Bin ich hundert Prozent bei dir, ne?

00:16:07: Es ist eine Form der Kommunikation.

00:16:10: Diese nonverbalen Queues sag' ich jetzt mal die du angesprochen hast, Mimic G-Stick zum Beispiel sind auf jeden Fall genauso wertvoll und wichtig weswegen es zum Beispiel auch finde ich einen Riesenunterschied macht ob ich in der Sitzung mit einer Patientin oder einem Patienten im direkten Kontakt mache oder nur telefonisch weil dann fällt einfach komplett diese ganze... was passiert im Gesicht, was passiert am Körper-Ebene?

00:16:31: für mich komplett weg.

00:16:32: Die sehe ich tatsächlich nicht.

00:16:34: und nochmal zurückführen zu dem Gedanken wenn Autismus quasi das normal wird... Wenn wir jetzt auf das autistische Spektrum drauf schauen und ich von denen gesprochen habe die nonverbal also die einfach keine Sprachentwicklung zeigen Dann haben wir häufig bei Autismus-Spektrums Erkrankungen schon auch das Problem, dass die eben diese sozialen Cues, diese auch Mimikgestik zum Beispiel nicht passend einordnen können.

00:17:03: Dass sie nicht verstehen wenn ich jetzt meine Augenbrauen zusammenziehe, dass sich dann z.B.

00:17:07: wütend bin oder?

00:17:08: Also das ist etwas dieser Verarbeitung von... Ich sag' jetzt mal Nonverbalen Ausdrücken von Emotionen sind für Menschen mit Autismus-Spektrumserkrankungen häufig, nicht für jeden.

00:17:22: Aber häufig eher schwer zu encodieren – also zu verstehen und zu lesen, zu entschlüsseln könnte man sagen.

00:17:28: Da gibt es ja auch diese Annahme von Theory of Mind.

00:17:31: nennt sich das, dass jemand mit einer Autismus-, Spektrumsstörung eher Schwierigkeiten hat in die Welt der anderen Personen hineinzuversetzen.

00:17:41: vielleicht kurz ergänzen, weil ich finde das hört sich immer so an.

00:17:44: So ja okay die können das irgendwie einfach nicht.

00:17:47: Das stimmt nur, finde ich.

00:17:48: Bei manchen ist es zum gewissen Teil klar.

00:17:50: Wir haben einen Spektrum, manche sind mehr betroffen und manche weniger.

00:17:53: Ich hatte einen Patienten, der konnte das sehr wohl gut.

00:17:57: Der war ganz interessant.

00:17:59: Er hat mich z.B.

00:18:01: gefragt, wie war's denn Urlaub?

00:18:02: Hatten Sie eine schöne Zeit?

00:18:03: Also er hatte auch wirklich aufrichtiges Interesse an meinem Leben und wie es mir sozusagen geht.

00:18:09: Und da war er sehr freundlich im Kontakt und hat immer wieder nachgefragt, wenn er wusste, dass ich eben ein Urlaub hatte.

00:18:16: Und wenn es dann aber darum ging, dass sein eigenes Leben ... beeinflusst ist durch etwas, also zum Beispiel durch die Entscheidung von seiner Mutter auf dem Sofa eher liegen bleiben zu wollen und nicht jetzt am Nachmittag mit ihm draußen im Pool verbringen zu wollen.

00:18:34: Das konnte er zum Beispiel überhaupt nicht nachvollziehen.

00:18:36: Hintergrund ist aber, die Mutter ist krebskrank und auch schon etwas betagter.

00:18:41: Auch der Patient war jetzt nicht mehr Kind, also auch nicht jugendlich sondern tatsächlich auch schon Mitte dreißig und der konnte dann nicht nach vollziehen.

00:18:49: wie kann man denn jetzt an einem schönen sonnigen Tag.

00:18:52: Vitamin D ist doch wichtig, draußen im Pool lieber verbringen und bleibt lieber auf dem Sofa

00:18:56: liegen.".

00:18:56: Das kann doch nicht sein!

00:18:58: Das ist doch nicht in Ordnung das geht doch so nicht.

00:19:00: Und diese Perspektivübernahme hat dann zum Beispiel nicht gut funktioniert weil es auch einen internen Wunsch gab erstens mit der Mutter Zeit zu verbringen.

00:19:08: aber neben diesem Bedürfnis ich glaube er hatte noch viel mehr dieses ich sag mal Wissen über Zusammenhänge, also Vitamin D ist doch eigentlich was Gesundes draußen an der frischen Luft zu sein und sich zu bewegen.

00:19:19: Ist doch eigentlich gesund für den Körper.

00:19:21: Meine Mama ist doch schon krank.

00:19:23: Warum liegt sie dann jetzt auch noch auf dem Sofa?

00:19:24: Da passten die Konzepte nicht zusammen Und da wurde die emotionale Ebene der Mutter nur schwer integrierbar Für ihn abbildbar sozusagen.

00:19:35: Das ist ja deswegen also Perspektivübernahme es schon möglich bis zum gewissen Grad Mal mehr, mal weniger.

00:19:43: Auch da Autismus-Spektrum nennt sich deswegen auch Spektrum.

00:19:46: Also die Vorstellung davon dass das normal wäre glaube ich wäre schon für mich zumindest besonders und ich glaub viele Menschen aus dem neurodivergenten Bereich komme die Ich zumindest zu erlebe haben auch Schwierigkeiten anzunehmen, dass zum Beispiel ADHS eine Superkraft ist.

00:20:04: Ich erlebe immer wieder Patientinnen und Patienten die zu mir sagen das ist völliger Quatsch!

00:20:07: Das ist absolut beeinträchtigend.

00:20:09: mein Leben funktioniert dadurch eben nicht so wie ich es will.

00:20:12: Mein Kopf macht Dinge, die ich so nicht will und die schon als besonders belastend auch erleben

00:20:19: weil... Und da kommt meine doch wahrscheinlich einfach mittlerweile durch die Dinge die ich gesehen habe Und die Dinge, die ich selber erlebt habe im Prinzip meine Perspektive hier extrem rein.

00:20:37: Weil häufig auch gesellschaftliche Standards und gesellschaftlichen Normen uns erzählen wie die Dinge zu funktionieren haben.

00:20:49: Der Abgleich damit?

00:20:51: Genau das heißt wenn nicht zum Beispiel... eine Aufgabe anfangen, muss sie erledigt werden.

00:20:58: Ansonsten ist es nicht gut!

00:21:00: Wenn das dein internes... Dein interner Maßstab ist dann wirst du als jemand der gerne von Aufgabe zu Aufgabe springt und eher Schwierigkeiten hat Aufgaben fertigzumachen immer dagegen verlieren.

00:21:16: Immer wenn Du aber sagst okay ich weiß dass ich so bin Ich weiß dass sich gerne von Aufgabe zu Aufgabespringe und Schwierigkeiten habe die erste fertig zu machen.

00:21:26: Ich hab da letztens ein total cooles Reel gesehen, von der Künstlerin, die hat gesagt ich hab immer nur achtzig Prozent meiner Bilder fertig gemacht.

00:21:31: Das ist total doof weil noch ganz nur fertige Bilder verkaufen!

00:21:37: Und ihr Prinzip war jetzt?

00:21:38: Die hat fünf Bilder parallel gemalt.

00:21:40: also adhs lagernd hat fünf bilder parallel gemalte und sie hat gesagt sie nimmt sich immer zehn minuten an dem Bild, was fast fertig ist bevor sie das nächste machen darf und dann lässt sich wieder aber komplett raumen und Darf wieder wechseln und darf springen und darf etwas neues anfangen.

00:21:57: Aber sie nimmt sich bevor sie es macht immer zehn minuten mit dem was eigentlich fertig Was die fertig machen möchte.

00:22:04: Da dachte ich mir cool guck man hat sich eine brücke irgendwo gebaut so und Ich glaube Es gibt

00:22:10: schon

00:22:11: Möglichkeiten dass für sich.

00:22:16: Ich glaube aber, dass die außerhalb dessen liegen was uns heute die Gesellschaft sagt.

00:22:19: Ich glaube das ist das Problem ganz häufig.

00:22:21: Dass wir einen Bild davon haben wie Dinge abzulaufen haben und dass der Abgleich damit immer fatal ist für Menschen die eben nicht der Norm entsprechen.

00:22:30: Ja weißt du was du meinst?

00:22:33: Also dieser eigene Anspruch der sich auch daraus ergibt aus den sozialen Normen die in uns geprägt wurden ja der Abgleich damit quasi diese Frustration erzeugt.

00:22:44: Ja und das gleiche ist übrigens als du eben von den Patienten erzählt hast, da dachte ich mir okay er hat Schwierigkeiten die Perspektive seiner Mama anzunehmen.

00:22:51: Das verstehe ich.

00:22:53: Und parallel sehe ich aber jemanden der vielleicht auch einfach seine Mama sagen möchte guck mal es könnte auch ganz anders sein Guck mal du könntest dich auch raus setzen zu mir in dem Pool oder vielleicht jemanden mit der Enttäuschung gar nicht weiß, wie er umzugehen hat und deswegen sich in der Rationalisierung.

00:23:15: Und deswegen bringen ihm diese Argumente nichts.

00:23:16: Weißt du?

00:23:17: Weil er eigentlich noch in die Enttäuschung steckt.

00:23:19: Ich bin mir manchmal nicht sicher wo da tatsächlich das Thema ist.

00:23:23: Das merke ich ganz oft auch wenn ich mich mit Menschen auf dem Spektrum unterhalte dass ich ganz häufig das Gefühl habe, Nicht zu quetschen.

00:23:38: Aber ihnen zu sagen, dass es das wie normal verhalten ist und du müsstest das verstehen können anstatt zu gucken was ist da?

00:23:47: Was braucht er vielleicht um mit dem was seine Lebensrealität ist umgehen zu lernen?

00:23:53: verstehst du was ich meine?

00:23:54: nicht dieses.

00:23:54: Du musst du muss das jetzt verstehen können dass die mutter da liegt sondern zu sagen okay wo stehst du denn Wie?

00:24:00: was macht das mit dir?

00:24:01: bist du enttäuscht bist du Kannst du's nicht nachvollziehen.

00:24:04: das heißt als verwirrungen vielleicht auch vorhanden damit eher zu gehen als zu sagen, das kann er nicht.

00:24:12: Wo steht der denn überhaupt?

00:24:13: Was kann er denn?

00:24:17: Enttäuschung und Wut empfinden – das war definitiv etwas was er da auch sehr gut konnte.

00:24:24: Dass auch immer wieder ein Thema dadurch war.

00:24:26: Immer wieder quasi diese Frustration, dieses Wut, dieses Unverständnis.

00:24:31: Das konnte er auf jeden Fall für die Momente.

00:24:35: Und das ist ja was, also ich sag mal ... Ich kenne das von mir.

00:24:39: Wenn ich in diesem Unverständnis-Wut Verwirrungskoktail drin stecke... Da dann mir zu sagen, du musst doch die andere Person verstehen ehrlicherweise!

00:24:49: Ich würde mich jetzt nicht auf als jemanden bezeichnen der im Spreck drum ist aber das krieg' ich teilweise auch spählen einfach weil ich so sehr konsumt bin.

00:25:00: Durch die negative Emotionen?

00:25:02: Ja genau

00:25:03: Durch die Emotionen so vereinnahmt bin, dass mir gar nicht möglich ist in diesem Moment.

00:25:08: Und ich verstehe sonst wirklich ... Ich sag mal, ich versteh viel und kann viel nachvollziehen.

00:25:12: Ich kann mir viele Dinge überlegen!

00:25:17: Aber in den Momenten kann ich das nicht.

00:25:19: Weil ich so in meiner Emotion stecke?

00:25:22: Ja... Ja, ich glaube der Unterschied wäre hier an dieser Stelle wenn du aus der Emotion raus kommst.

00:25:29: Also wenn vielleicht ein paar Tage vergangen sind, vielleicht ein Paar Wochen je nachdem wie stark die Emotion immer wieder reaktiviert wird von dir selbst oder auch diese Situation zum Beispiel das wieder rektiviert dann bist du wahrscheinlich in der Fähigkeit zu reflektieren auf eine Metaebene zu gehen und vielleicht auch den Gesamtkontext der anderen Person mitzubetrachten eventuell im besten Fall.

00:25:51: Das ist eigentlich schon etwas, was meistens dann möglich wird.

00:25:55: Sobald die Emotionen sich reguliert bzw.

00:25:58: sobald wir... das hattest du mal mit diesem Schieberegler finde ich immer so toll.

00:26:02: auch als Bild nutze ich das super super gerne.

00:26:04: wenn wir raus quasi aus dem Hundertprozent-Emotionsding kommen und unser Ratio wieder mehr verfügbar wird dass wir dann eben genau diese Ebenen auch erreichen können der Reflektionsfähigkeit um dann zu sagen ah ja okay bei der anderen Person könnte ich mir vorstellen das Und genau das war da halt aber eben erschwert möglich, sage ich mal so.

00:26:27: Ich möchte nicht sagen nicht, ich bin nicht der Fan von ganz globalisieren, aber es ist wirklich sehr erschwert für ihn möglich gewesen.

00:26:34: Ja, es braucht viel Anleitung

00:26:36: um das...

00:26:37: Genau!

00:26:38: Selbst mit wie wäre's bei Ihnen?

00:26:39: Um das nur ein bisschen greifen zu können.

00:26:42: Genau

00:26:42: voll.

00:26:43: Und gerade eine psychische Erkrankung, wir hatten das ja sozusagen vorhin.

00:26:48: Wenn wir drauf schauen welche Kriterien überhaupt eigentlich auch erfüllt sein müssen dann ist das Leid von jemandem ein Bestandteil davon.

00:26:56: also es müssen für egal welche psychische erkrankungen um die überhaupt vergeben zu können müssen nach ICD-C, also nach diesem Klassifikationssystem für Krankheiten also diese vier Punkte erfüllt seien damit wir überhaupt erst weiter von psychischer Erkankung sprechen können.

00:27:11: und da geht's dann darum Ja?

00:27:14: Jetzt springst du gerade, das heißt für mich noch mal zum Verständnis.

00:27:19: Wenn jemand zu dir kommt ... Neu-Patient, dann ist das was du überprüfst ob er überhaupt Therapierelevanz hat.

00:27:28: Richtig?

00:27:30: Genau also

00:27:30: ob die Person überhaupt ein Mensch ist der eine psychische Erkrankung gerade aktuell besitzt und damit überhaupt eine Therapie für diese Person relevant wird.

00:27:43: Korrekt, richtig!

00:27:45: Und dann natürlich im nächsten Schritt also ... Das wäre dann jetzt eins weiter.

00:27:48: Nach diesen Kriterien, nach den vier sozusagen die ich abprüfe, gucke ich natürlich, welche psychische Erkrankung könnte hier in dem Thema sein?

00:27:55: Ich habe so eine Verdachtsdiagnose, die ich dann in diesem Erstgespräch für mich mal formuliere und je nachdem welcher Verdachtstiagnose das ist mache ich unterschiedliche Empfehlungen.

00:28:04: also wenn es zum Beispiel leichte depressive Episode ist Dann sage ich naja gut nach S-III Leitlinie Es ist so sie haben ja verschiedene Möglichkeiten Sie können zur Psychotherapie kommen Sie können aber auch einen Coaching eine Beratung zb in Anspruch nehmen.

00:28:17: viele leichte depressive Episoden klingen auch manchmal komplett ohne Zutun zum Beispiel ab.

00:28:23: Oder eben durch auch, ich sag jetzt mal sanftere begleitendere Möglichkeiten wie jetzt die Psychotherapie also auch das Männern so Aufklärungsmöglichkeiten die dann erfolgen können.

00:28:33: aber die ersten vier Kriterien prüfe ich ab und es ist nämlich einmal quasi ist das Verhalten was die Person zeigt dass erleben und verhalten der Person von in der Gesellschaft lebenden gültigwertende Normen sozusagen abweichend.

00:28:47: Also die Norm, die wir in unserer Gesellschaft haben ist dieses Verhalten und das Erleben davon abweichen.

00:28:54: Das ist erst mal die erste Frage.

00:28:56: Und da haben wir ja schon den ganz spannenden Punkt, den wir eigentlich immer wieder angucken.

00:28:59: So was es eigentlich normal Ist nicht vielleicht auch zum Beispiel Autismus.

00:29:05: Hattest du jetzt so auch in den Raum oder Neurodivergenz?

00:29:08: wird das nicht irgendwann normal werden?

00:29:10: War ja mit Homosexualität nichts anderes.

00:29:13: Früher ICD-neuen, übrigens an der Stelle.

00:29:16: Der Vorreiter sozusagen vom ICD zehn die vorherige Version.

00:29:20: Homosexualität war eine psychische Erkrankung.

00:29:23: Das heißt die dort in der Gesellschaft gültigen Normen haben gesagt dieses erleben und verhalten dass du auf ein gleichgeschlechtliches individuum Dass du davon sexuell sozusagen angezogen bist romantisch angezogen ist das ist Abnorm.

00:29:41: Das ist in unserer Gesellschaft, in der wir leben mit den gültigen Werten und Normen nicht normal.

00:29:48: Und das hat sich ja verändert.

00:29:49: also das heißt da ist immer ein Wandel drin.

00:29:52: Also schonmal das erste was wir irgendwie so mit betrachten müssen dann geht es darum auch ist diese Abweichung von der norm erheblich.

00:29:59: zum Beispiel wenn du jetzt kommen würdest und mir sagen würde ich habe gestern den ganzen tag rumgeschrien Ich hatte gestern das Gefühl den ganzen Tag Wie neben mir zu stehen?

00:30:11: Ich war irgendwie gar nicht ich selbst.

00:30:13: Ich war viel lauter als sonst, ich war viel erregbarer als sonst... Aber heute ist es wieder okay!

00:30:18: Also heute ist jetzt wieder ein besserer Zustand.

00:30:21: Das weiß irgendwie gestern mal so.

00:30:23: Dann ist das ja schon erheblich gewesen am gestrigen Tag.

00:30:27: aber es besteht zum Beispiel nicht über einen längeren Zeitraum.

00:30:29: Jetzt müssten wir erstmal beobachten.

00:30:31: Passiert das immer

00:30:32: wieder?!

00:30:33: Erst dann, wenn es über einen längeren Zeitraum besteht können wir eigentlich auch von der psychischen Erkrankung sprechen.

00:30:38: Weil stellen wir uns vor gestern gab's halt irgendeinen Anlass dazu.

00:30:41: Sei es irgendwas was dich verärgert hat sei ist dass du eine Person die du liebst zum Beispiel verloren hast durch ne Trennung oder tatsächlich auch das Verscheiden der Person Dann wäre das erstmal eine vielleicht auch adäquate Reaktion darauf Zu wein zu schreien wütend zu sein neben sich zu stehen Wenn du nen Schock erlebt hast ein Unfall erlebt hast.

00:31:04: Auch das wäre so etwas, was ein Auslöser ist der dein Verhalten erklären könnte.

00:31:11: Und wie gesagt dadurch dass die Abweichung von der Norm nicht erheblich und also beziehungsweise schon erhebig aber für den Tag nur und eben nicht über einen längeren Zeitraum bestehend ist müssten wir da erstmal nochmal eine Fragezeichen an psychischer Erkrankungen dran machen.

00:31:25: Der dritte Punkt wäre dann ist die Person mit dem Erlebens- und Verhaltensweisen die sie hat mit einem Leidensdruck verbunden Also erlebt, dass die Person auch tatsächlich als Belastung für die betroffene Person oder und das Umfeld sage ich jetzt mal.

00:31:40: Und dann der vierte Punkt ist, Folgen hat.

00:31:45: Also das ist quasi diese Beeinträchtigung, die der Patientin beschreibt dass es auch schon Auswirkungen im sozialen System dadurch gibt.

00:31:53: Das kann sein in der Arbeit zum Beispiel kann ich mich nicht mehr so gut konzentrieren oder Ich habe Schwierigkeiten meine Freizeitaktivitäten aufrecht zu erhalten Oder ich streite mich dadurch jetzt gerade vielmehr mit meinem Mann oder oder oder.

00:32:05: Diese vier kriterien müssen überhaupt erst mal erfüllt sein.

00:32:07: vorher dürfen wir gar nicht von psychischer Erkrankung sprechen und dann können wir weitergehen Und danach

00:32:14: geht's überhaupt erst in die Diagnostik.

00:32:16: Genau, dann geht es wirklich darum was haben wir hier?

00:32:18: Was!

00:32:20: Genau.

00:32:20: Okay.

00:32:22: Damit merkst du vielleicht auch schon an der einen oder anderen Stelle wirst Du wahrscheinlich im Coaching schon Menschen haben, die eine psychische Erkrankung haben.

00:32:32: So rum glaube ich geht das schon.

00:32:34: Aber umgedreht werde ich in der Psychotherapie keine Menschen haben die keine psychischen Erkranken haben.

00:32:40: wenn ich wirklich Psychotherapie und keine Beratung mache.

00:32:45: Und jetzt hatte ich natürlich vorhanden direkt gestartet mit, hat jeder Mensch nicht eigentlich eine psychische Erkrankung?

00:32:54: Das war ja so.

00:32:55: die Grund... Also das hört sich sehr überspitzt formuliert an!

00:33:02: Doch ich weiß ja dass zum Beispiel auch Trauma und der Traumabekriff verändert sich ja auch gerade sehr extrem.

00:33:10: Er war extrem, das hört sich wieder.

00:33:14: Aber der Traumabekriff verändert sich gerade.

00:33:16: Punkt.

00:33:18: Wo man ja früher noch davon ausgegangen ist, dass Trauma ein singuläres Event ist?

00:33:23: Das Monotrauma.

00:33:25: Genau, selbst wenn ... Und jetzt haben wir ... Selbst wenn es ritualisiert passiert ist,

00:33:32: d.h.,

00:33:33: immer wieder das gleiche Monotrama passiert hat man nicht von irgendwie ... Also dann war's trotzdem ein Trauma-Punkt.

00:33:41: Wobei man ja heute Trauma auch so klassifiziert, dass etwas passiert ist was der Körper und die Seele und der Geist in dem Moment nicht verarbeiten konnte.

00:33:54: Und deswegen ist es fragmentiert aufgenommen oder nur fragmentiert verarbeitet worden.

00:34:01: Das heißt das kann sein, dass Menschen, die in ihrer Kindheit emotionales negleckt also emotionaler... Danke schön, da war das deutsche Wort.

00:34:12: Die Nachlässigung erfahren haben was super schwierig festzustellen ist weil dir fehlt etwas wo du gar nicht weißt dass es dir fehlt.

00:34:20: Das ist immer sehr schwer finde ich fest zu stellen.

00:34:23: aber das wird heute auch als Trauma mit einkategorisiert d.h.

00:34:28: Es ist nicht mehr in Anführungsstrichen nur dir ist körperlich Gewalt erfahren sondern die emotionale Seite wird ja heute mit als Traum hinzugefügt.

00:34:40: Und ich bin mir nicht sicher, ob nicht aufgrund auch von dem wie nun mal die Erziehung in vor dreißig Jahren passiert ist.

00:34:49: Vor fünfzig Jahren wollen wir gar nicht davon reden da war auf jeden Fall der Schlagstock ja immer noch Teil der Erziehungsmethodik aber den hat man bei uns damals schon gelassen.

00:35:01: Die meisten zumindest haben keine Gewalt mehr zu Hause erfahren wohin gegen emotionale Vernachlässigung auch passiert ist, und ich glaube einfach im menschlichen Geschehen immer mal wieder passiert.

00:35:14: Alleine wenn ich in Kindergärten gucke – das ist gar nicht böse gemeint – sondern einfach, wenn sich eine Erzieherin um sechs Kinder parallel kümmert dann kann es gar nicht sein dass sich um jedes Kind in jedem Moment emotional gekümmert wird.

00:35:28: Geht logisch?

00:35:28: Einfach rein rechnerisch, rein technisch nicht!

00:35:31: So

00:35:31: d.h.,

00:35:32: dass ich zu irgendeinen Punkt in meinem Leben einmal emotionale Vernachlässigung erfahren habe... ...ist sehr wahrscheinlich oder zu hundert Prozent eigentlich der Fall.

00:35:41: Die Frage ist natürlich immer, wie ist das aufgefangen worden?

00:35:44: Auf was für ein Grundsystem trifft es auf?

00:35:46: Das heißt Wie ist mein System an sich aufgestellt?

00:35:48: wenn ich an sich einen Ressourcen beladenes Kind oder einen ressourcenbeladener Mensch bin Dann sollte jetzt eine emotionale Vernachlässigung.

00:35:59: Das setzt sehr theoretischmerkig Aber das sollte nicht so das Problem darstellen.

00:36:03: wohin gegen?

00:36:04: wenn das immer und immer wieder auftritt dann kann man da ... von Traumersprechen.

00:36:10: insofern, und ich glaube da kommt nämlich jetzt auch wieder diese Bewertung mit rein.

00:36:15: Insofern ist Probleme für mich bereitet.

00:36:19: Wobei?

00:36:20: Und das finde ich so spannend daran ne... Ich merke dass da für mich so einen wobei ich ja manchmal gar nicht weiß, dass mir das Problem macht weil für mich das ja normal ist.

00:36:31: Weißt du was ich meine?

00:36:31: Das ist ja so ein bisschen...

00:36:32: Ja klar!

00:36:33: Bei der

00:36:34: Referenz-Punkt

00:36:34: D ist es für andere eigentlich.

00:36:36: Wie wäre's denn eigentlich ohne?

00:36:38: Genau wie wäre es wenns ... nicht passiert wäre.

00:36:41: Ja, ja...

00:36:43: Ich glaube...

00:36:44: Und ich hatte das... Wichtiger Punkt!

00:36:46: Du hattest das?

00:36:46: Ich hatte das, pass auf ein Beispiel, ein sehr konkretes Beispiel.

00:36:50: Ich glaube um das von dem sehr theoretischen ein bisschen runterzubringen, auf ein konkretes Beispel dazu.

00:36:58: Ich bin ganz normal gewöhnt gewesen zum Zahnarzt zu gehen und eine Zahnreinigung zu bekommen hier in Deutschland.

00:37:03: So wie man das kennt, jetzt sind wir auf den Schul usw.

00:37:06: Und dann war ich ja vierundhalb Jahre in Amerika.

00:37:08: Die Amerikaner sind sehr bedacht im Umgang mit Menschen generell mehr als wir Deutschen.

00:37:16: Das heißt, in Amerika bin ich sehr... Also vorher hat die Person bei meiner Zahnreinigung mir gesagt was jetzt passieren wird.

00:37:23: Hat mir gesagt dass es sein kann das in meinem Gesicht gespritzt wird.

00:37:26: Hatt mir dann gesagt bevor sie in meinen Mund reingang ist er sich doch bitte den Mund öffnet dass sie das jetzt tun wird.

00:37:30: also sie hat das tatsächlich sehr kommentiert und moderiert immer was sie gemacht hat Und ich habe gemerkt dass ich das total angenehm fand.

00:37:41: Und dann, wenn ich danach nach diesem Erlebnis in Amerika wieder hier in Deutschland gewesen und habe hier eine Zahnreinigung erhalten... ...und ich fand es tatsächlich dieser Stuhl – und ich merke richtig, wenn Ich davon erzähle wie noch Panik in mir hochsteigt!

00:37:55: Weil dieses Erlebnes dort empfand ich im Vergleich zu dem was ich davor erlebt hatte übergriffig.

00:38:03: Und ich weiß, dass das voll normal war zu dem, was ich früher erlebt habe.

00:38:08: Aber ich hatte jetzt ein anderes Referenz-Erlebnis, weil die hat mir nicht gesagt.

00:38:13: Die hat gesagt machen sie den Mund auf und dann kamen auf einmal die Instrumente rein geflogen und alles wurde nass und sie spritzte mich ins Gesicht Und ich habe richtig gemerkt wie dieses... und sie so oh ups da hab' ich jetzt ein bisschen Wasser und dann nahmen Sie den Lappen und wüsste mir über das Gesicht ohne mehr zu sagen dass sie mir den Lacken übers Gesicht wüscht.

00:38:27: weißt du so?

00:38:28: Das sind Kleinigkeiten und es ist für jeden der eine Zahnreinigung hat.

00:38:31: er wird sich denken ja ist doch normal Ja

00:38:35: In Deutschland.

00:38:36: Genau, das ist normal wenn du es nicht anders gewöhnt bist.

00:38:40: Mein System war in dem Moment aber gewöhnd.

00:38:43: ich krieg erzählt was passiert bevor es passiert.

00:38:46: Was übrigens total toll ist!

00:38:47: Was wir übrigens jeden Eltern beibringen.

00:38:49: Sie sollen ihren Kindern sagen Ich zieh dir jetzt die Hose aus.

00:38:52: Ich ziehe dir jetzt diese Windel an damit sie wissen was mit ihrem Körper passiert Bevor's passiert Damit die sich darauf einstellen können dass es passiert.

00:39:03: Voll, geteilt voll viel Sicherheit.

00:39:06: Genau und ich saß in diesem Stuhl, in diesem Zahnarztstuhl und ich weiß... Ich habe mich festgekrallt weil das für mich in dem Moment anders nicht aushaltbar war.

00:39:20: Das ist auch wirklich sehr spannend!

00:39:22: Ich hab jetzt eben gerade überlegt was bedeutet es dann eigentlich im Bezug auf Trauma?

00:39:26: Weil da kamst du ja her ne?

00:39:28: Das war sozusagen der Hintergrund auch der Erzählung.

00:39:33: Eventuell, also ich mach jetzt mal einen anderen Beispiel.

00:39:36: Was mir gerade eingefallen ist, stellen wir uns eine Beziehungsdynamik vor in der es vielleicht sogar Missbrauch gibt.

00:39:42: Also ein Grenzüberschreiten des Verhaltenes kann sowohl körperlich als auch sexuell sein und wir haben ne Partnerschaft die so lange Zeit funktioniert und vielleicht die Person, die diesen Missbrauchs erfährt gar nicht merkt dass das eigentlich ein Missbrauchen ist bis sie vielleicht dann irgendwann zu einer Trennung kommt Und dann irgendwann eine neue Beziehungserfahrung macht, in der sie erlebt.

00:40:07: Ach krass!

00:40:09: So könnte eigentlich Beziehungen sein?

00:40:11: Das hätte eigentlich meine alte Beziehung auch sein können und da dann vielleicht durch diesen Abgleich erst feststellt was sie da erlebt hat.

00:40:19: Ich mache es jetzt nochmal an einem anderen Beispiel weil ich glaube da wird's ja noch mal ganz konkret Kinder, insbesondere Kinder also heranwachsende Menschen die wissen ja noch gar Nicht was wirklich normal ist, dieser Abgleich mit.

00:40:33: Was machen die anderen?

00:40:34: Kommt ja erst häufig tatsächlich sogar auch so in diesem Altersbereich vor Pubertät zwischen acht und zehn, acht und elf fängt das so an dass man sich vergleicht und dann der Pubertäte noch mal ganz besonders.

00:40:46: da geht es natürlich auch um den körperlichen Vergleich aber auch häufig körperlich aber auch emotionalen Vergleich egal.

00:40:54: Das heißt sie haben dieses Referenzmaß noch gar nicht.

00:40:59: Kann man jetzt also davon eigentlich ausgehen, dass quasi dadurch kein Kind wirklich traumatisiert ist bis zu dem Moment wo es ein anderes Referenzmaß gibt?

00:41:07: Das war jetzt gerade so mein... Also viele weiterführende Gedanken dazu an der Stelle.

00:41:13: Ich würde mal davon ausgehen, dass viele Kinder, die selbst die schlimmsten widrigsten Bedingungen in ihrer frühen Kindheit erleben.

00:41:21: Viele Dinge für Normal halten das die Eltern zu Hause trinken, dass da zuhause irgendwelche Konsumgüter rumliegen.

00:41:26: Also Konsum-Güter jetzt im Drogenkonsum zum Beispiel.

00:41:30: Dass sie vielleicht für die Eltern Zigaretten holen.

00:41:33: Gut, das ist heutzutage gar nicht möglich.

00:41:35: Aber irgendwelchen solches Verhalten als total normal sind ...

00:41:40: Kann ich auch meinen Führerschein mitgeben?

00:41:44: Ja, wobei.

00:41:44: Ich glaube da musst du doch dabei sein oder?

00:41:45: Also ich glaube, ich werde nur am Automaten.

00:41:47: Ach, Automat!

00:41:48: Du hast recht ja klar das gibt's ja auch noch stimmt.

00:41:51: Also sorry jetzt nicht wirklich relevant aber an sich.

00:41:57: Ja, aber du hast recht nee klar logisch.

00:42:00: Also Verantwortung übernehmen, für die Eltern geschlagen werden was auch immer.

00:42:04: also dass diese Dinge vielleicht erst mal total normal wirken auf das Kind weil ja so funktioniert halt unsere Erziehung oder so funktioniert es halt in unserer Familie.

00:42:13: das wird glaube ich gar nicht so hinterfragt.

00:42:16: Also ich glaube

00:42:17: trotzdem glaube ich gibt es Traumatisierung im Kindesalter.

00:42:20: Ja genau

00:42:22: Weil und ist eigentlich super interessant.

00:42:25: woher wissen wir oder woran merken wir das?

00:42:28: Ich kann dir sagen, dass Rückblickend betrachtet.

00:42:31: Ich früher schon immer das Gefühl hatte, dass mir das zu viel und zu viel ist.

00:42:36: Ich aber immer dachte, dass das normal ist.

00:42:39: Verstehst du, was ich mein?

00:42:40: Also ich konnte im Prinzip ... Das Erlebnis, was sich hatte, die Erfahrung des Gefühls, das ich hatte hat für mich eigentlich nirgendwo hingeführt, weil es keinen Sinn ergeben hat fast.

00:42:56: Nur weil's irgendwie so... Ja, du fühlst dich so.

00:42:59: Aber das ist nun mal so... Hier muss man sich so fühlen!

00:43:03: Das war die Logik in meinem Kopf und erst in dem Moment als ich erfahren habe, erwarte kurz, es kann anders gehen.

00:43:13: Man muss sich nicht so fühle.

00:43:15: Ich glaube, dass ist der relevante Fakt gewesen bei mir.

00:43:18: Dieses A-

00:43:20: Es ist nicht normal, dass man sich in dieser Situation so füheln muss.

00:43:27: Und dann kam der Rückschluss, ah okay es geht anders.

00:43:29: Das heißt damals ist das alles schon nicht ganz so cool gewesen.

00:43:32: also ich glaube wir haben schon auch relativ früh über unseren Körper dieses Bewusstsein von hier passiert gerade etwas was mit mir nicht in Übereinstimmung sich anfühlt oder sich nicht gut anfühlen sich nicht korrekt anfühle.

00:43:48: doch häufig dadurch dass wir's im außen nicht bestätigt bekommen gespiegelt bekommen läuft das ins Leere und das Leere ist, ja okay.

00:43:59: also es muss wohl so sein.

00:44:00: Bei mir zumindest gewesen.

00:44:01: Ich weiß nicht vielleicht bei anderen Leuten sind andere Gedanken die das dann so wegschieben?

00:44:09: Bei mir ist es halt ok.

00:44:10: es muss dann wohl so seien.

00:44:12: Ja ich glaube dass das bei vielen wahrscheinlich eine Erklärweise gehört irgendwie mit dazu.

00:44:21: So ist halt das.

00:44:23: Ich glaube, was wahrscheinlich deutlich ... auffälliger wird es, wenn's um körperliche Grenzen geht.

00:44:29: Also da denke ich jetzt wirklich auch um Übergriffe, Gewaltübergriffe aber zum Beispiel auch an sexuelle Übergriefe wo tatsächlich ganz häufig das ja... also ich will gar nicht so viel reingehen, also Trigger-Warnung auch an der Stelle, weil es ja mit viel Schmerz verbunden ist, also körperlichem Schmerzen und ich glaube körperlicher Schmerze ist schon etwas was auch Kinder schon gut wahrnehmen können als dasses nicht okay, dass das eine andere Person mir eigentlich zufügt.

00:44:55: Prinzipiell!

00:44:56: Ich glaube, das ist schon diese körperliche Grenze.

00:44:59: bei emotionaler Vernachlässigung jedoch.

00:45:01: Haben wir dieses Grenzthema des Körpers ja nicht in dem Maß?

00:45:06: Wir merken, wir kriegen halt nicht die Zuwendung, die Aufmerksamkeit, die Liebe und Unterstützung, die Anleitung, die wir uns eigentlich wünschen würden... Aber merken wir es dann tatsächlich

00:45:16: auch?

00:45:17: Genau, das Schmerz macht einen emotionalen Schmerzen.

00:45:19: Es macht aber nicht diesen körperlichen Schmerze.

00:45:21: und ist es dann nicht automatisch auch etwas wo wir auch genauso relativierend sind im Sinne von ja Das ist halt so zwischen menschliche Beziehung tun halt weh und die sind irgendwie enttäuschend.

00:45:34: Ich glaube so bewusst macht man sich da als Kind wahrscheinlich gar nicht die Gedanken drüber.

00:45:37: Aber

00:45:41: ich glaube schon dass genau dieser Gedanke dieses zwischenmenschliche beziehungen tun halt wie vielleicht schon etwas ist, was dann in Form eines Glaubenssatzes abgespeichert wird.

00:45:52: Ohne dass er mal so bewusst reingekommen ist.

00:45:54: aber das ist dann das, was wir abspeichern.

00:45:57: Das ist die Erfahrung, die wir abschweichern.

00:45:58: Die Erfahrung, wie wir abscheichern ist okay.

00:46:00: Zwischenmenschliche Beziehungen heißt ich werde enttäuscht heißt Ich Erhalte emotionalen Schmerz.

00:46:06: das ist normal und das heißt Wenn ich erwachsen werde und danach suche ich ja immer.

00:46:13: das heißt für mich eine normale zwischenmenschlichen Beziehung Ist immer gleichgesetzt mit, jemand tut mir emotional weh.

00:46:23: Weil das ist normal!

00:46:25: Alle anderen Beziehungen, alle anderen zwischenmenschlichen Beziehung, d. h., eine zwischenmännliche Beziehungsbeziehung wo jemand auf mich eingeht, wo ich keine Enttäuschung erhalte...

00:46:35: ...ist abnormlich existiert

00:46:36: für mich nicht

00:46:37: genau

00:46:38: die wäre für mich komisch.

00:46:39: dort würde es sich für mich übrigens unsicher anfühlen.

00:46:42: die würde ich übrigens verlassen.

00:46:44: diese beziehung

00:46:46: Ja, das ist ja genau dieses Muster.

00:46:47: Was dann sich leider auch immer mal wieder ... Wenn wir es nicht bearbeiten und wenn es uns auch nicht bewusst wird, dass wir immer wieder tappen in diese Falle im Anführungsstrichen der gewohnten Beziehungsmuster?

00:46:59: Ich glaub, wir kamen daher ... Ja?

00:47:01: Entschuldigung?

00:47:02: Nee, deswegen...

00:47:02: Ganz kurz als du vorhin gesagt hast die Frau oder die Person, ich glaub da hat das nicht Frau gesagt aber häusliche Gewalt ist halt häufig eher Naja.

00:47:13: Passiert häufig eher Frauen, deswegen hatte ich es glaube ich Frau angenehm, aber ich glaub du hattest Personen gesagt.

00:47:21: Deswegen war für mich dieses Bild mit ... Da ist eine Person die löst sich aus einer Beziehung in der sie Gewalt erfährt.

00:47:28: In welcher Form auch immer.

00:47:30: Die in die nächste geht wo sie das nicht erfährt, da dachte ich mir ja, das ist insofern da nicht dazwischen ganz viel Arbeit stattgefunden hat nämlich Sie an ihrem Beziehungsmuster.

00:47:41: An dem was sie als normal erlebt, wird die Beziehung danach exakt die gleiche werden.

00:47:48: Nur die eine Person ist eine andere und vielleicht die Form der Gewalt wird eine andere sein.

00:47:55: aber an sich wird sie sich wieder jemanden suchen, der das gleiche Muster bespielt.

00:48:01: Unbewusst

00:48:02: oder mitmacht.

00:48:03: unbewusst?

00:48:03: Ja voll natürlich!

00:48:07: Und ich kann mich so gut daran erinnern dass ich am Anfang als wir angefangen haben, uns anzunehren und zu daten.

00:48:19: Und ich mir dachte irgendwie was fühlt sich hier komisch an?

00:48:21: Irgendwie ist das alles so ruhig und so unaufgeregt und so komisch.

00:48:29: also tatsächlich Ich habe am Anfang unserer Beziehung genau diese.

00:48:34: irgendwas fehlt.

00:48:34: doch hier.

00:48:36: heute check' ich was da gefehlt hat Nämlich genau das.

00:48:39: Da war keine Dauerimpulse, da war kein Dauer.

00:48:41: Ich muss gucken was hier ich muss irgendwas machen unähnlichen also.

00:48:45: er bestärkt schon andere Muster bei mir definitiv.

00:48:48: Aber dieses also ein anderes Muster was sich sonst immer in Beziehungen hatte nämlich dieses es muss etwas gemacht werden wir müssen jetzt aktiv sein wir müssen Das war da nicht mehr da Und ich fand das ganz komisch.

00:49:01: ich weiß dass ich mir dachte aber irgendetwas in mir fand ist auch toll.

00:49:05: Also ich hatte schon auch diesen anderen als ich hatte die andere Seite Gott sei Dank schon Irgendwas in mir dachte sich, es ist auch angenehm.

00:49:11: Endlich mal nicht so dauergehypt zu seinen Anführungsstrichen ... Aber es hat dich superkommisch angeführt.

00:49:21: Fremd!

00:49:23: Genau.

00:49:23: Ja, das ist halt nicht vertraut und gewohnt.

00:49:26: Genau,

00:49:27: genau.

00:49:30: Wir

00:49:32: kamen?

00:49:32: Du wolltest grade sagen, woher wir kamen.

00:49:34: Weil wir kam ja auch daher, ob nicht jeder Mensch eine psychische Erkrankung hat.

00:49:40: Genau, und dass sich der Traumabekriff verändert.

00:49:42: Ich glaube das war sozusagen... Und damit glaub ich, wenn ich dich richtig verstanden habe korrigier mich gerne oder ergänze natürlich gerne zum Ausdruck auch bringen wie wandelbar das Ganze ist und dass wir vielleicht alle eine psychische Erkrankung potenziell oder ne Neigung für eine psychischen Erkrankung haben durch zum Beispiel jetzt hier den neuen Formierenden Begriff der Traumatisierung, wenn man's so will.

00:50:07: War das das?

00:50:08: Was du damit meintest?

00:50:10: Ich glaub daher kam ich auch in meinem Gedankengang ob wir nicht alle eine psychische Erkrankung haben wobei wenn ich jetzt wieder deine vier Kriterien anlege die ist sowieso... Also ich fand beim ersten Kriterium war für mich dieses Jahr entspricht dass der Norm und da dachte mir das geil weil die ICD-CNL diese Klassifizierung ist ja nur hast du es gesagt weltweit Gültig.

00:50:35: Und wenn ich mir anschaue, wie Japaner versus Amerikaner vs Mexikaner VS Deutsche... Also ne?

00:50:42: Ich sag mal wir sind schon auch kulturell haben wir Riesenunterschiede in dem was wir als normal definieren.

00:50:50: Absolut!

00:50:51: Deswegen finde ich das schon interessant dass wir es geschafft haben uns weltweit auf Klassifizierung zu einigen die dann aber wahrscheinlich je nach Land, in dem du dich auffällst wieder unterschiedlich ausgelegt sind.

00:51:07: Weil ja der gesellschaftliche Normen und Standards wieder unterschiedlicher sind.

00:51:11: Und dann mache ich ein konkretes Beispiel sogar so wenn wir auf einer Beerdigung in Deutschland sind und Wenn wir da laut lachen würden und fröhlich werden und bunte Kleidung tragen würden und ausgelassen singen und tanzen würden Dann würden wir wahrscheinlich nicht nur komisch angeguckt werden sondern dann wären wir uns wahrscheinlich alle recht einig dass das Verhalten in diesem Moment von der in der Gesellschaft lebenden, ne?

00:51:34: Also in der gesellschaft gültigen Norm abweicht.

00:51:37: Ich glaube da werden wir uns wahrscheinlich alle recht einig denn so läuft es meistens jetzt nicht unbedingt und das könnte sogar einen Hinweis darauf sein dass jemand gerade zum Beispiel einer manischen Phase ist also das heißt einem sehr übertriebenen wenig mitschwingende Emotionsbereich bei sich selber.

00:51:57: es könnte sogar auch eine wahnhafte Symptomatik sein.

00:52:01: Das könnte sogar ein Hinweis bieten auf eine potenzielle psychische Erkrankung, wenn sie dann über einen längeren Zeitpunkt besteht und nicht nur auf diesen Tag eingegrenzt ist.

00:52:12: Während das in Afrika zum Beispiel ganz normal ist?

00:52:16: In afrikanischen Ländern wird gefeiert!

00:52:19: Da wird sich Bund angezogen damit getanzt, da wird gesungen, wenn jemand beerdigt wird.

00:52:22: Da ist es nicht mit Schwarz und Trauer und Weinen sondern da ist richtig Leben.

00:52:28: Das heißt, für die wäre das total normal genauso zu reagieren.

00:52:31: Und wir würden auch niemals von der psychischen Erkrankung dann überhaupt ... diese Erwägung überhaupt ziehen, dass es da vielleicht eine psychische Erkankung geben könnte.

00:52:41: Deswegen ist das aber auch so offen gelassen mit dieser in einer Gesellschaft gültig in Normen oder geltende Normen und damit haben wir halt auch wieder die Unterscheidungen.

00:52:55: Das heißt aber auch, ich sag mal wenn ich mir einen Psychotherapeutin suche der sehr weltoffen ist.

00:53:00: Der wird viel mehr Dinge als Norm bezeichnen wie das was vielleicht gesellschaftlich in der normen ist In dem land indem er sich befindet.

00:53:06: also nur verstehst du was ich meine.

00:53:08: da kommt ja auch dann

00:53:09: viel des

00:53:09: bild von der person die mir gegenüber sitzt rein weil Ganz klar jemand der jetzt fünftig ist hat ein ganz anderes Gesellschaftsliches normbild wie jemand der Jetzt zwanzig ist.

00:53:23: Oh ja, das können wir gerade bei dem Thema Transgender gut beobachten.

00:53:29: Damit etwas älteren TherapeutInnen drüber zu sprechen kann durchaus Kontroversen plötzlich auslösen?

00:53:36: Ja absolut bin ich total bei dir!

00:53:41: Ich glaube... ... meine Hypothese weiß ich nicht.

00:53:45: Ich kenne jetzt niemanden, der so viele verschiedene Kulturen bereist hat und dadurch so viele ... ... verschiedene Einflüsse in sich bündelt und dann hier in Deutschland praktiziert.

00:53:52: Ähm... Ich glaube wenn ich diese Person wäre, ich kann dann einfach nur von mir sprechen würde ich wahrscheinlich die Norm wählen, die für die Person ne?

00:54:04: Also wenn die Person in Deutschland lebt und da auch aufgewachsen ist, dann würde ich versuchen wahrscheinlich diese Norm anzulegen als ein Maß der Dinge Und das ist aber zum Beispiel sehr spannend.

00:54:14: Aus den arabischen Ländern auch.

00:54:16: da haben wir ja unterschiedliche Normen, so bei uns in Deutschland zum Beispiel geltende Normen.

00:54:23: Da hat sich auch in der Klinik bewährt – Wir hatten tatsächlich auch Arabische Therapeutinnen und Therapeuten!

00:54:28: Weil die dann tatsächlich auch das viel besser einschätzen und konkretisieren konnten und nochmal ein anderes Verständnis hatten, während wir vielleicht schon an der einen oder anderen Stelle von Abnorm gesprochen hätten war es für die überhaupt nicht Abnorm.

00:54:39: Die haben gesagt, dass es in unserer Kultur normal.

00:54:42: Also, Umgang mit Frauen zum Beispiel.

00:54:44: Vorstellung von was ist eigentlich eine Heirat?

00:54:48: Was ist irgendwie Monogamie gibt es ja da manchmal auch gar nicht in dem Maß.

00:54:54: Das war da ein anderes Verständnis und da dann auch einen therapeutischen Therapeuten zu haben der das abfängt ist gar nicht schlecht.

00:55:03: Ist eigentlich auch interessant

00:55:06: Ja dass was bei mir gerade reinkommt ist das heißt wenn ich eine psychische Diagnose eine psychische Krankheit in Deutschland diagnostiziert bekommen, muss ich einfach in ein anderes Land gehen.

00:55:21: Noch nicht mehr.

00:55:27: Spannende

00:55:27: Hypothese.

00:55:28: lass mich kurz rüber nachdenken ob das so wäre ja?

00:55:32: Eventuell!

00:55:33: Ich würde sagen in den eher potenziellen Ausnahmefällen aber ja eventuell und ich meine es ist auch innerhalb von Deutschland sogar so wenn du schick mal ne Patientin in der Klinik.

00:55:44: lasst da mal eine Diagnostik machen Lass die mal ein paar Wochen da sein.

00:55:49: Nimm mal den Entlassbericht, liest ihn mal durch und dann liest mal die Diagnosen die vorher der ambulante Psychotherapeutin oder wer auch immer vergeben hat.

00:55:59: Oder der Hausarzt?

00:56:00: Oh ja!

00:56:00: Ganz spannend das Thema, was Hausärzte manchmal für psychische Erkrankungen vergehen.

00:56:04: Faszination!

00:56:05: Ja?

00:56:07: Ich bin ja jetzt auch noch mal...

00:56:09: Ehrlicherweise, weil die natürlich nicht tief in der Materie drin sind.

00:56:12: Das heißt, dass was die sehen ist wahrscheinlich so ...der Tip of the iceberg, tatsächlich diese ganz minimale Spitze.

00:56:20: und dann kommen halt so Sachen wie du lachst zu viel, dann bist du humanisch.

00:56:24: Ich sag mal um den Schwung wieder mit der Beerdigung zu machen Weil da kam bei mir noch rein so dieses ganz Interessant.

00:56:30: Weil Kinder ja in gewissen Altersstufen, dadurch dass sie diese ... Wenn die überfordert sind mit negativen Emotionen fangen die ja an zu lachen?

00:56:40: Ja!

00:56:41: Weil die nicht anders wissen wie Sie damit umgehen können was ja dann älteren manchmal in die Verzweiflung treibt weil die Situation häufig nicht zum Lachen ist sondern sehr ernst ist.

00:56:49: aber das die einzige Coping-Strategie is die des kindliche Systeme in dem Moment kennt.

00:56:56: Das gibt auch Erwachsene, die das noch tun.

00:56:58: Die dann vor mir sitzen und lächeln.

00:57:00: Obwohl's ihnen richtig scheiße geht ... Und sie über einen Verlust zum Beispiel sprechen?

00:57:05: Ja!

00:57:06: Ich kann dir das erklären.

00:57:07: Also ich hab das definitiv auch.

00:57:09: Wenn es superserious wird, dass irgendwann spätestens bei mir ...

00:57:13: Joe kommt um die Ecke.

00:57:15: Genau, der Klaum reinkommt.

00:57:17: Damit sich so schwer anfühlt.

00:57:19: Ist ja auch logisch.

00:57:19: Ist sehr funktional für einen

00:57:22: selber.

00:57:23: Ich bin mir gar nicht sicher, ob es für mich selber übrigens ist.

00:57:26: Ich hab mittlerweile festgestellt ... Also ich selber kann hervorragend damit sitzen.

00:57:34: Ich für mich und wenn ich weiß dass der andere das auch kann, kann ich das auch sein lassen.

00:57:40: Das hat häufig

00:57:40: damit zu tun wie

00:57:41: sehr trauig meinem Gegenüber zu mit dieser schwere Sitzen bleiben zu können.

00:57:49: Und das ist nichts, was ich steuerberust übrigens.

00:57:51: Aber mir fällt es auf, dass es Menschen gibt bei denen nicht das sehr wohl so stehen lassen kann.

00:57:55: und zum Beispiel wenn ich Reels mache auf Instagram und es ziemlich schwer wird, dass sich da schon dazu tendiere, auch immer ...

00:58:02: Auflockern zu wollen?

00:58:03: Ja, genau, auflockerns zu wollen!

00:58:06: Es wird besser, aber das ist eine Übung für mich tatsächlich.

00:58:08: Dass da auch den Menschen zuzutrauen, dass sie damit umgehen können.

00:58:12: Wenn ich dann dürfen Sie ja weiter aufswipen.

00:58:15: Ja voll Aber ist auch interessant.

00:58:18: Ja, siehst du?

00:58:19: Das liegt an dem Gegenüber so zu sagen wie viel man der anderen Person jetzt vielleicht zumuten das es gar nicht nur um ich will die Emotion von mir weghalten geht.

00:58:30: Also Diagnosen ... Ich finde Sie sind nicht in Stein gemeißelt.

00:58:35: Ich hinterfrag tatsächlich auch wenn ich jemanden sehe und er kommt war vorher schon im Psychotherapie und hat einen Diagnosenkatalog in Anführungsstrichen dabei dann hinterfrage ich diese Diagnose alle noch mal.

00:58:45: Ich übernehme keine Diagnose umgefragt, weil ich finde das ist die größte Gefahr tatsächlich für mich als Therapeuter einfach ... Ich sag mal blind links darauf zu vertrauen dass jemand anders schon gute Arbeit gemacht hat und das schon richtig erkannt haben wird.

00:58:58: Und vor allem psychische Erkrankungen unterliegen ja auch einem Wandel.

00:59:02: da kommen wir wieder zurück.

00:59:03: Da führt mir der Gedanke wieder zurück sozusagen zum Anfang.

00:59:07: wenn Die Patienten oder die Personen einfach in dem Moment vor mir habe, kann es sein ich stelle da keine psychische Erkrankung fest.

00:59:16: Ich kann sie aber ein paar Monate später sehen und trotzdem vielleicht eine psychische Herkrankungen feststellen.

00:59:21: Denn ... Es kann sein dass die Symptomschwere sich bis dahin verändert hat.

00:59:25: Es kann das neue Symptome plötzlich aufgetreten sind die zu dem Moment wo ich die Person gesehen hab nicht vorlagen.

00:59:31: Das heißt die Wahrscheinlichkeit Laufen unseres Lebens irgendwann mal zumindest psychische Symptome haben werden, die ist recht hoch.

00:59:41: Eine psychische oder eine depressive Verstimmung wird wahrscheinlich fast jeder von uns schon erlebt haben.

00:59:47: Die wurde nicht zum Manifestendepression, da spricht man erst davon.

00:59:50: Wenn wir mindestens über zwei Wochen in diesem Zustand verweilen ... Aber ich denk mal vielleicht alle können sich noch an den Herzschmerzen oder viele wahrscheinlich an den Erzschmerz erinnern nach der ersten Trennung oder dem Schwarm der Schwärmen.

01:00:07: Das kann auch länger als zwei Wochen gedauert haben.

01:00:09: und weil mir vielleicht auch alle in einer depressiven ... tatsächlich Episode sogar.

01:00:14: Ja, also nicht nur in einer depressiven Reaktion oder in einer depressive Krise.

01:00:18: Das wäre immer der kürzere Zustand.

01:00:20: Sondern wir waren wahrscheinlich schon nach ICD-Zen, wenn wir das gerade hingeguckt hätten ... eigentlich psychisch krank im Moment!

01:00:28: Und... und... und so heißt die Wahrscheinlichkeit, also dann Hypothese sozusagen ist nicht jeder irgendwo, ne?

01:00:43: Ich würde nicht sagen jeder, jeder und nicht in dem einzel gemessenen Moment vor allem nicht jeder.

01:00:49: Aber über das ganze Leben gesehen ... würd ich sagen sind wir annähernd bei jeder.

01:00:58: Das irgendwann mal die Kriterien vielleicht an einem Zeitpunkt im Leben erfüllt wurden oder auch mehreren.

01:01:04: An mehreren Zeitpunkten ja.

01:01:07: Wobei das Jahr auch nur hast du es genau gesagt.

01:01:09: Es kann ja auch sein dass sich dann selber wieder fängt.

01:01:17: Ich finde das Wort gerade irgendwie schwierig, aber dass es sich selber wieder einschwingt, dass es selbst wieder sich repariert, das System?

01:01:26: Ja genau also wir würden von remittiert sprechen.

01:01:31: Also dass es einfach wieder zurück geht von selbst, also spontanen Remission.

01:01:36: Von der

01:01:36: Symptomatik her.

01:01:38: Wir nennen das Spontane-Remission aus.

01:01:40: ohne weiteres Zutun ist die Symptomatik wieder weg

01:01:47: Gibt es auch.

01:01:48: Also das passiert schon auch, okay?

01:01:50: Ja, also ich weiß ja, dass ist passiert...

01:01:53: Passiert schon auch!

01:01:55: Deswegen nicht.

01:01:55: Ich weiß das sehr konkret von daher.

01:01:57: Also ne, ich habe diese Erfahrung gemacht, dass es funktioniert.

01:02:01: aber es interessant, dass das quasi auch einen Wort gibt und dass es auch sein kann.

01:02:06: Wobei trifft das auf alle Diagnosen zu?

01:02:09: Nein.

01:02:10: Nein.

01:02:11: Trifft nicht auf alle Ddiagnose zu.

01:02:13: Das war nämlich jetzt das wo ich kurz überlegt hatte so dieses.. Das glaubt, das gilt nicht für alles.

01:02:20: Es gibt manche Erkrankungen wie jetzt zum Beispiel bei der leichten depressiven Episode.

01:02:24: Da erleben wir es deutlich häufiger und es gibt andere Erkränkungen.

01:02:28: da wäre es mir neu dass wir das überhaupt erleben.

01:02:31: Also Neuerhodevergänz zum Beispiel, eine Intelligenzminderung zum Beispiel.

01:02:35: Spontane Remission eigentlich so gut wie ausgeschlossen also Schizophrenie.

01:02:40: Ja, wobei die Symptome tatsächlich interessanterweise auch deutlich mindern können.

01:02:48: Ähnlich wie bei Persönlichkeitssteuerung übrigens auch.

01:02:50: Wo man jetzt auch da denken würde das ist ja so was sehr manifestes irgendwie.

01:02:53: Die Persönlichkeitstruktur betreffend?

01:02:55: Bipolagessteuerungen oder ähnliches mit Persönlichessteuerungs...

01:02:59: Bipolar wäre eine affektive Störung, also da hätten wir Depression und Manie.

01:03:04: Also das heißt dieses Hoch-und-Runter vom Himmelhoch ist ja auch ein Zitulebetrieb, dass es die bipolarische Störung ... Ich meine jetzt zum Beispiel Borderline.

01:03:11: Das war vielleicht was du auch meintest?

01:03:13: Borderline Persönlichkeitsstruktur nimmt in der Symptomlast über das Leben ab während das in der Jugend massiv ist.

01:03:19: mit auch gerade häufig wirklich stark selbstgefährdendem, selbstverletzendem Verhalten wird das dann über die Zeit gerade interessanterweise so mit thirty forty, wenn man sich durch Forschung anguckt von der Symptomlast her deutlich weniger.

01:03:35: Erfüllt manchmal sogar kaum noch die Kriterien für die Borderline Persönlichkeit Struktur.

01:03:42: Interessant!

01:03:43: Ich merke wie wir uns darüber unterhalten und ich bei ganz vielen Dingen mir denke weil auch gerade so Borderline sind ja mit selbstverletzendem Verhalten.

01:03:53: Das ist ja häufig ein, ich habe noch keine andere Strategie gefunden um besser mit dem emotionalen Erleben umzugehen und das ist das was sich ganz häufig bei psychischen Erkrankungen nicht immer nicht alles.

01:04:09: Ich will nicht verallgemeinern aber wo ich immer mal wieder hinkomme ist der Punkt dass unser Umgang mit unserem eigenen emotionalen erleben Also je besser wir mit unserem eigenen emotionalen Erleben umgehen können, desto weniger symptomhaftig sind wir in meiner Brille.

01:04:32: Word!

01:04:33: Ja?

01:04:34: Oh ja okay also ist nicht nur ne... Ich wusste es nicht das habe ich tatsächlich nicht.

01:04:38: Das ist so diese Perspektive die ich habe aus meiner Aus meiner Erfahrung Beobachtungsperspektive heraus.

01:04:50: Aber interessant, ja okay.

01:04:52: Genau also das ist eigentlich auch der Grundkern jeder Therapie tatsächlich dass wir die emotionale Wahrnehmung erst mal überhaupt schulen Auch Körperwahrnehmungen.

01:05:02: was passierten da eigentlich wenn ich die Emotion XY erlebe?

01:05:05: wie bin ich bisher damit umgegangen?

01:05:07: war das hilfreich?

01:05:07: Was war davon hilfreich?

01:05:09: Was war vielleicht weniger hilfrecht?

01:05:10: und wie kann ich in Zukunft vielleicht dem Ganzen begegnen?

01:05:12: Kann ich es vielleicht auch aushalten, lernen?

01:05:15: Kann ich's annehmen, lernen muss das nicht gleich gehen und so Geschichten.

01:05:19: Also genau darum geht es eigentlich in ... also allen Therapiekonzepten, die ich so schreibe für den Gutachter dann als Antrag für die Krankenkasse, gehts unter anderem auch darum.

01:05:31: Egal bei welcher psychischen Erkrankung.

01:05:34: Ja.

01:05:35: Ja, sehr spannend!

01:05:36: Siehst du?

01:05:36: Dann versteh ich wie ich zu diesem Schloss gekommen bin.

01:05:44: Ich wollte grad sagen, das heißt wir sind eigentlich da auch an einem Superende.

01:05:48: Im Endeffekt, desto besser wir lernen mit unseren Emotionen umzugehen und ihn zu begegnen ... Weil ich finde, umzugehn hört sich immer so an, wir müssten was tun um.

01:05:58: Nee!

01:05:59: Mit ihnen in Kontakt treten.

01:06:00: Wir müssen weniger etwas tun um?

01:06:02: Ja genau.

01:06:04: Und häufig ist es ja ein... Ich will weg von deswegen mache jetzt eine Atemübung zum Beispiel.

01:06:08: Ah okay wenn das das Ziel ist dann wird die atemübung wahrscheinlich schon einen Effekt haben aber nicht langfristig tatsächlich präventionierend arbeiten.

01:06:17: Wenn wir ein Vermeidungsziel haben, aber das führt jetzt zu weit an der Stelle Wir können auf jeden Fall trotzdem sagen emotionale Zuständen oder emotionalen zuständen zu begegnen ist ein guter Protektor psychischer Gesundheit.

01:06:33: sehr interessant cool mega.

01:06:36: vielleicht dass wie ich es immer mache wenn mich des tool also die atemübung dabei unterstützt, besser mit der Emotion bleiben zu können.

01:06:49: Dann

01:06:49: ist es hilfreich.

01:06:51: Schön!

01:06:52: Betonung auf Bleiben.

01:06:54: Genau.

01:06:55: Ich nutze das Tool damit es geht und mehr Ressourcen habe, das aushalten zu können.

01:07:04: Ja, sehr schön formuliert werde ich mir gleich mit in meine Kiste reinpacken.

01:07:09: Mit der Emotion bleiben zu können, werde ich Ihnen hoffentlich auch einige Male genau so formulieren finde ich es sehr schön mega.

01:07:15: damit sind wir am Ende von dieser Folge von gefühlt gedacht angekommen.

01:07:21: wenn dich etwas aus dieser Folge berührt hat Wenn du Gedanken, Fragen oder auch Themenwünsche mit uns teilen möchtest dann schreib uns doch einfach.

01:07:43: Und jetzt noch ein Aufruf in eigener Sache!

01:07:48: über

01:07:51: Feedback, über Nachrichten, über geteilte Folgen mit all den Personen die es vielleicht aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis interessieren könnte.

01:07:59: Über ein Follow auf Instagram!

01:08:01: Und natürlich auch über eine Bewertung auf der Plattform, auf der du uns

01:08:05: hörst.

01:08:05: All das hilft uns dabei zu wachsen und größer zu werden.

01:08:09: Danke

01:08:09: dass Du heute dabei warst, dass Du mitgefühlt, mitgedacht und mitgehört hast.

01:08:15: bis zum nächsten Mal bei gefühlt gedacht Deinem Podcast rund um Menschliches erleben.

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